Häusliche Gewalt bezeichnet Gewalt, die von nahestehenden Personen innerhalb enger persönlicher Beziehungen und unter Ausnutzung eines Machtverhältnisses ausgeübt wird. Dazu zählen körperliche, psychische, sexualisierte, wirtschaftliche und emotionale Gewalt. Die Auseinandersetzung mit diesem Thema ist dringend notwendig, da die Zahl der gemeldeten Fälle in Berlin in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen ist. Viele Betroffene schweigen oder suchen keine Hilfe – aus Angst, Scham oder aufgrund von Abhängigkeiten.
Eine Hand, die mehr als 1.000 Worte ruft
Seit dem 14. Januar 2025 fordert die 13. Plakatkampagne des Berliner Queer-Bündnisses die Aufmerksamkeit der Berliner*innen im gesamten Stadtgebiet. In Kooperation mit dem AWO Landesverband Berlin e. V. hat die Berliner Agentur HELDISCH ein Kampagnenmotiv entwickelt, welches das von der Canadian Women’s Foundation initiierte Handzeichen „Signal for Help“ (Signal für Hilfe) in Berlin bekannter machen soll. Dieses Signal bietet eine diskrete Möglichkeit, um auf eine Notsituation aufmerksam zu machen – insbesondere auf Bedrohung durch häusliche Gewalt – und um Hilfe zu bitten, ohne Worte verwenden zu müssen. Für die Verbreitung der Kampagne stellt die Wall GmbH über 3.000 Werbeflächen im gesamten Berliner Stadtgebiet zur Verfügung, darunter die aufmerksamkeitsstarke Digital Poster Gallery im U-Bahnhof Friedrichstraße.
Signal for Help
Das auf den Plakaten abgebildete „Signal for Help“ wurde während der COVID-19-Pandemie von der Canadian Women’s Foundation entwickelt. Es ermöglicht Betroffenen, ihre Notlage unauffällig zu signalisieren: Dabei wird zunächst die Handfläche gezeigt, dann der Daumen eingeklappt und schließlich die Hand geschlossen. Dieses einfache Zeichen kann in der Öffentlichkeit erkannt werden, sodass andere Personen intervenieren können und Hilfe organisiert werden kann. Ein QR-Code auf den Plakaten verweist auf konkrete Hilfe- und Unterstützungsangebote zum Thema der häuslichen und geschlechtsspezifischen Gewalt.
Sollten Sie von häuslicher Gewalt betroffen sein, können Sie sich an die BIG-Hotline (030 6110300), an das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ (166 016) oder an die Polizei (110) wenden.